Wenns was wollen, oder plaudern möchten:

 

zeigmal@dieachtung.at

 

 

Oder Sie lassen sich freiwillig von uns belehren:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Achtung vor der Achtung! 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In einem alten Zeitungsstand, an der Porzellangasse Nr.1, soll im Jahr 2019 ein Ort für Austausch und Diskurs entstehen. Die Achtung!, wie der  räumliche Ort und aber auch die Bewegung sich nennt, hat es sich zum Ziel gesetzt über alternative, unkonventionelle Kunst- und Kulturvermittlungsprojekte einem persönlich gesetzten Bildungsauftrag nachzugehen. Dieser Bildungsauftrag lässt sich durch den ursprünglichen Zwecke eines Zeitungsstandes definieren und ist gewissermaßen eine Neuinterpretation eines klassischen Kiosks: 

 

Ein Ort zum Austausch von Meinungen. 

 

Während über die Geschichte der Verbreitung von Medien der Kiosk eine Funktion als Plattform zum Austausch von Informationen ergriffen hat, hat seine Bedeutung in den vergangenen Jahren an Relevanz verloren. Bezogen die Menschen noch vor zwei Jahrzehnten ihre Informationen, ihr Wissen und damit auch einen Teil der Bewusstseinsbildung über Zeitungen, Magazine und Bücher, tun sie dies im Jahr 2019 vornehmlich im digitalen Raum. Die radikale Erkenntnis dabei ist jedoch nicht der Unterschied zwischen Print und Digital, sondern derer, dass im digitalen Massenmedium der Austausch und damit auch der Diskurs verloren geht. 

 

Doch, wie sollen Menschen zu Wahrnehmungsbildung- und Erweiterung gelangen, wenn Information nur einseitig von Statten geht? 

 

Einseitige Information löst Gedanken aus und verliert sich im nächsten Moment in den Sphären des persönlichen Gedächtnis. Dabei bräuchte es, wie beispielsweise von Umberto Eco beschrieben, eine „Guerilla“, also die Bevölkerung die von Haus zu Haus, von Tür zu Tür geht, und dabei nicht ihre Meinungen aufzwingt, sondern Fragen stellt: Das Zünden kritischer Gedanken durch Hinterfragen der durch Massenmedien vermittelten Inhalte. 

 

Die Achtung! soll ein Versuch der Ausführung dieses Gedankens sein. Ein Ort der kritischen Auseinandersetzung mit dem Weltgeschehen:

 

Das Nahe schätzend, das Fremde liebend. 

 

Als Neuinterpretation des klassischen Kiosks, bietet die Achtung! dabei Inhalte zum inklusiven Diskurs. Es soll den Passanten und Passantinnen die Möglichkeit zur Bildung der persönlichen Wahrnehmung gegeben werden. Maßgeblich bei dieser Vorstellung ist die Bereitstellung des Angebotes. Dies besteht daher aus den wichtigsten Wochenzeitungen und Magazinen, um sich über Lokal-  und Weltgeschehnisse informieren zu können. Dazu werden ausgewählte klassische und zeitgenössische Werke in Dichtungen, Prosa, Romanen und Essays angeboten um den Geist der Leser zu erweitern und zu präzisieren. Das Angebot wird durch künstlerische Werke, sein sie Bildende oder Angewandte, abgerundet. Ein Fokus wird hier auf junge, unbekannte, lokale als auch internationale Künstler und Künstlerinnen gelegt. Um die Kulturvermittlungs- und Bildungsziele umsetzen zu können sollen auch verschiedene Veranstaltungen initiiert werden wie Lesungen, Inszenierungen, Musikabende, Filmvorstellungen, Vernissagen von Kunstprojekten. Das Angebot wird nach und nach entwickelt, angepasst und erweitert.

 

GRÄTZL & GESCHICHTE

 

Standort:

 

Der Kioskstand befindet sich im 9. Wiener Gemeindebezirk auf der Porzellangasse Nr.1. 

In seiner ursprünglichen Form als Zeitungs- und Verkaufsstand prägt er als solcher schon seit über 100 Jahren das Stadtbild des Bezirkes und des umliegenden Grätzls. Das Grätzl, das Servitenviertel, ist gekennzeichnet als klassisches gutbürgerliches Wiener Wohnviertel mit einem breiten Angebot an Lokalen, Restaurants, Parks und Geschäften des alltäglichen Gebrauchs. 

 

Im Servitenviertel ist Kultur und Lebensqualität ebenso präsent wie qualitativ hochwertige Kulinarik und entschleunigtes Einkaufen in den vielen spezialisierten Geschäften rund um die Porzellangasse. 

 

Kultureller Austausch:

 

Während sich schon früh am Morgen die Taxifahrer beim Gespräch am Taxistand austauschen, treffen PhilosophInnen, KünstlerInnen, SchriftstellerInnen und PolitikerInnen in den Geschäften und Kaffeehäusern im Diskurs aufeinander. 

So auch eine Anekdote des bisherigen Standbesitzers und langjährigen Betreibers Said Mahmoud: 

„Beim Zeitungskauf sind immer wieder Menschen verschiedener sozialer Schichten aufeinander getroffen. Die Besucher des Sigmund Freud Museums kamen ins Gespräch mit Philosophen oder Politikern wie unserem derzeitigen Bundespräsidenten“.

 

Der langjährige Standbesitzer:

 

Said Mahmoud, in Kairo geboren und in Wien aufgewachsen, betrieb den Stand als Plattform zum Informationsaustausch über drei Jahrzehnte. Streift er in der umliegenden Gegend herum, lässt sich erkennen, dass es bei der Arbeit um viel mehr ging als den reinen Zeitungs- und Magazinverkauf. Im Minutentakt wird der Wiener mit ägyptischen Wurzeln herzlich und freundschaftlich begrüßt, auf die Weiterführung des Kiosks angesprochen. Es wird nach dem Wohlbefinden der eigenen Person, nach dem der Kinder und Verwandten gefragt. Said ging es dabei schon seit Beginn der Übernahme in den 80er Jahren um den Aufbau von Freund- und Bekanntschaften und den Austausch mit den Kunden. Während sich in den letzten drei Jahrzehnten vieles im Stadtbild verändert hat, ist Said Mahmoud für viele Bewohner eine Konstante mit der sie in ihrer Entwicklung Kindheitserinnerungen verbinden. 

 

Die Zukunft:

 

In Zukunft soll der Kioskstand in seiner neuen Interpretation und in seinen beschränkten räumlichen Ausmaßen Raum für Geschichte, für Austausch und für Lebensqualität schaffen. Es dürfen Freundschaften geschlossen werden und Diskussionen entstehen.

 

GESTALTUNG & SCHUTZZONE

 

Der Kioskstand befindet sich an der Ecke Berggasse / Porzellangasse / Servitengasse in der Schutzzone 9. Rossau. Die Schutzzonen der Stadt sind dadurch gekennzeichnet, dass die Erhaltung der natürlichen Gegebenheiten, der historischen Strukturen, der prägenden Bausubstanz und die der Vielfalt der Funktionen einer bestimmten Region zu gewährleisten ist. Dies bezieht sich vor allem auf das äußerliche Erscheinungsbild der Gebäude. Da der Kiosk seit über 100 Jahren besteht, zählt er in seiner Gestaltung zum unverwechselbaren Erscheinungsbildes des Servitenviertels. Dabei ist er auch ein schönes Beispiel für einen klassischen Zeitungs- und Informationsstand wie man ihn aus anderen Städten in anderen Ländern oder aber auch aus der vergangenen Zeit aus Wien kennt. 

 

Die vergangenen Wochen wurde die Achtung! renoviert. Dabei wurde darauf geachtet, dass die ursprüngliche Substanz des Zeitungsstandes erhalten bleibt und durch verschiedene Elemente in einen schönen, aufgeräumten und einladenden Zustand gebracht wird. So wurden alle notwendigen Flächen gestrichen, die Patina der Metallkonstruktion allerdings erhalten. Das Innere wurde mit Holz aufgewertet. Alle Fenster wurden gereinigt oder erneuert. Die Lichtgestaltung unterzog sich einer atmosphärischen Bearbeitung. Der Stil, der das aufgeräumte Urbane mit dem Wilden der Natur vereinen soll, wurde als roter Faden in der Gesamtgestaltung durchgezogen. Insgesamt sind von den Projektmitgliedern über 200 Stunden in Renovierungsarbeiten geflossen. Alle Elemente die der Weitergabe des Angebots dienen wurden in Handarbeit erstellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

gallery/dieachtung_logo_4
gallery/dieachtung_folder_tohtml_5
Ihre Mailadresse: